Hartung-Gorre Verlag

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Zum 9. Februar 2012

 

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Gretel Baum-Meróm & Rudy Baum
Kinder aus gutem Hause / Children of a Respectable Family
Von Frankfurt am Main nach Israel und Amerika
From Frankfurt to Israel and America
1913/15-1995. (Deutsch u. Englisch)
First New Edition 2012. 276 Seiten, EUR 19,80.
ISBN 3-86628-401-2  and 978-3-86628-401-2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gretel Baum-Meróm

Ich erinnere I remember

Jüdisches Leben in Frankfurt am Main und in Israel

Jewish life in Frankfurt/Main and in Israel

Eine Nachlese – Second thoughts

1913-1934-2008

Konstanz 1. Aufl. 2009; 148 Seiten, EUR 16,00.
ISBN 3-86628-229-X, 978-3-86628-229-2

 

 

Die folgenden Aufzeichnungen widme ich den Angehörigen meiner großen Familie in Israel und in Amerika und hoffe, daß sie durch meine Erinnerungen einen kleinen, aber interessanten Einblick in unser Leben in Deutschland bis 1934 bekommen. Es war ein Leben als "deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens", die viel zur Kunst, Literatur und Wissenschaft in Deutschland beigetragen haben.

   Diese Schrift widme ich jedoch vor allem meinen Eltern, die der Schoáh hilflos ausgeliefert waren und darin umkamen. Ich habe meine Eltern und mein Leben mit ihnen wahrheitsgetreu zu beschreiben versucht und möchte ihnen hiermit nochmals für alles danken, was sie für mich und meinen Bruder Rudy (S. 123) getan haben. Die Erinnerung an ihr schreckliches Ende im Ghetto Łódż läßt mir bis heute keine Ruhe.

   Nicht zuletzt möchte ich meine Erinnerungen auch denen widmen, die zur Zeit der Schoáh noch gar nicht geboren waren und die es auf sich genommen haben, Verantwortung für die Schuld der Väter und Großväter zu übernehmen, insbesondere den jungen Deutschen der "Aktion Sühnezeichen - Friedensdienste" und von "Hagoschrím", die nach Israel kommen, um den letzten Überlebenden zu helfen.

   Gretel Baum-Meróm

 

 

 

 

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Julie und Norbert Baum

Mein lieber Rudolf • My dear Rudolf

Elternbriefe aus Frankfurt am Main
an den emigrierten Sohn in den USA
Parent's letters from Frankfurt/Main
to the emigrated son in the USA 1936–1941.

Bearbeitet von • Revised and translated into English by Gretel Baum-Merom.
Konstanz 2011, 404 Seiten/pages, Fotos/photos. € 24,80.
ISBN 978-3-86628-382-4 & 3-86628-382-2

 

Gretel Baum-Meróm

Zur Geschichte der Elternbriefe

Die hier veröffentlichen Briefe haben eine Geschichte, über die ich kurz berichten möchte. Meine Eltern hatten diese Briefe an meinen Bruder Rudolf (Rudy) geschrieben, der mit 21 Jahren im November 1936 nach Amerika emigrierte. Mein Bruder hat diese Briefe aufgehoben, und da niemand weder in seiner noch in meiner Familie Deutsch lesen oder schreiben kann, beschloss er mit meiner Zustimmung, die Originale dem Leo Baeck Institut in New York zu schenken. Die Mitglieder unserer Familie erhielten je eine Kopie dieser Briefe.

Diese Briefe haben jahrelang ungelesen in meinem Bücherschrank gelegen. Ich hatte einfach Angst, die Vergangenheit wieder durchleben zu mussen, ich hatte Angst vor meinem Schuldgefühl, dass ich meinen Eltern nicht helfen konnte und mein Bruder und ich sie ihrem schrecklichen Schicksal überlassen mussten. Beide waren wir Neueinwanderer in neuen Ländern Palästina und USA, und es fehlten uns einfach jegliche Mittel, um unseren Eltern ein Visum oder Zertifikat zu verschaffen. Ich wollte diese Vergangenheit ruhen lassen, aber wie so oft im Leben wollte es das Schicksal anders.

Als mein Bruder am 29. Marz 2009 plötzlich verstarb, drängte es mich, diese Briefe endlich zu lesen. Ich bin die einzige der ursprünglichen Familie, die noch lebt und die einzige in der überlebenden Familie, die der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig ist. Beim Lesen dieser Briefe wurde mir klar, dass außer mir niemand aus unserer Familie die handgeschriebenen Briefe lesen kann und niemand außer mir die darin genannten Personen und Orte kennt. Deshalb sah ich es als Matriarch der Familie als meine vornehmste Aufgabe und sogar Pflicht, diese Briefe vor dem Vergessen zu bewahren. Ich habe viele Stunden und Tage gearbeitet, um die zum Teil verblasste Handschrift der Briefe zu entziffern und alles eigenhändig abzuschreiben. Dabei bin ich mir sicher, auch im Sinne meines Bruders gehandelt zu haben, der stolz auf mich wäre, wenn er es noch erlebt hätte, – so stolz wie er war, als er kurz vor seinem Tod mit der Vormittagspost mein Buch „Ich erinnere – I remember“ (Konstanz 2009) erhielt. Er hat es noch am selben Tag gelesen und mich noch am selben Abend angerufen, um mir zu sagen, wie sehr ihn die Lektüre erfreute!

Die Korrespondenz meiner Eltern mit meinem Bruder Rudolf begann mit seiner Auswanderung im November 1936, als er sich auf der "Beringia" von London nach New York eingeschifft hatte. Der Brief meiner Mutter vom 17. November 1936 erreichte meinen Bruder noch vor Abfahrt des Schiffes ….

 

Rezension in der Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung „Freiburger Rundbrief“, Nr. 1/2012 Seiten 57/58 von Michael Schwennen (Haifa)

 

Seit dem Tod ihres Bruders Rudolf im März 2009 hat Gretel Baum-Merom (geb. 1913) die handgeschriebenen Briefe ihrer Eltern an ihren Bruder entziffert, abgeschrieben und ins Englische übersetzt, um den Eltern und dem Bruder einen "vielleicht letzten Liebesdienst" zu erweisen. Damit hat sie der Nachwelt ein Zeitdokument hinterlassen, das einen intensiven Einblick in das immer schwerer und eingeschränkter werdende Leben von Juden in Frankfurt zwischen den Jahren 1936 bis 1941 gewährt. Die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten wurden immer geringer. Der Familien- und Freundeskreis dezimierte sich wöchentlich durch Auswanderung. Trotzdem versuchte man, soweit es ging, einem normalen Leben nachzugehen - mit Silvesterfeiern, Urlaub, Theater- und Kinobesuchen. Groß war die Sehnsucht der Eltern nach ihren Kindern. Gretel war 1934 in das Land Israel ausgewandert, Rudolf 1936 in die USA. Arg war es ihnen, so weit voneinander entfernt zu sein. Aber froh waren die Eltern, dass die Kinder nicht mehr in Deutschland waren. Der Wunsch, Deutschland und ihre Heimatstadt Frankfurt zu verlassen, war da. Aber das Verwurzeltsein in der Stadt und mit Deutschland sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten sowohl der Eltern als auch der beiden Kinder schoben eine Ausreise so lange auf, bis es zu spät war. Am 19. Oktober 1941 sind sie aus ihrer Heimatstadt deportiert worden. Norbert Baum verhungerte im Getto Lodz; er starb am 22. Februar 1942. Seine Frau Julie, geb. Geiger, nahm sich am 4. Mai desselben Jahres aus Angst vor der Deportation nach Auschwitz das Leben. Am 4. Juni 2011 wurde in der Eysseneckstr. 20 in Frankfurt Nordend ein Stolperstein zum Gedenken an Norbert und Julie Baum verlegt.

Am 15. Juni 2011 hat Gretel Baum-Merom das Buch in der Reformsynagoge "Or Hadash" ("Das Neue Licht") in Haifa vorgestellt. Ihre Mutter, Julie Baum, stammte aus der Familie Geiger. Ihr Vater, August Geiger, war ein Mitbegründer der Frankfurter Kreditanstalt. Ihr Großonkel, Rabbiner Abraham Geiger, hat in der Mitte des 19. Jh. das Reformjudentum in Deutschland gegründet. Nach ihm ist das 1999 gegründete Abraham Geiger Kolleg in Potsdam benannt, das erste Rabbinerseminar des liberalen Judentums nach dem Zweiten Weltkrieg in Zentraleuropa.

 

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„Was aufgeschrieben, veröffentlicht und in einigen Bibliotheken der Welt aufgehoben ist, wird vielleicht nicht so schnell vergessen.“
(
Erhard Roy Wiehn)

 

Weiterhin aktuell sind die folgenden von Erhard Roy Wiehn herausgegebenen Titel:

 

 

Beschreibung: Beschreibung: 389191816X

 

Brigitte Pimpl u. Erhard Roy Wiehn (Hg.)

Was für eine Welt
Jüdische Kindheit und Jugend in Europa 1933-1945.
Ein Lesebuch.
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn.
1995, 171 Seiten, € 14,32. ISBN 3-89191-816-X

 

 

 

E. Roy Wiehn

NOVEMBERPOGROM 1938

Die 'Reichskristallnacht' in den Erinnerungen
jüdischer Zeitzeugen der Kehilla Kedoscha Konstanz

50 Jahre danach als Dokumentation des Gedenkens

1988, 316 Seiten, € 15,24. ISBN 3-89191-173-4

 

E. Roy Wiehn (Hg.)

OKTOBERDEPORTATION 1940

Die sogenannte 'Abschiebung' der badischen und saarpfälzischen Juden

in das französische Internierungslager Gurs als Vorstation von Auschwitz.

50 Jahre danach zum Gedenken

1990, 1016 Seiten,  € 34,77. ISBN 3-89191-332-X

 

Die folgenden Bücher sind alle herausgegeben von Erhard Roy Wiehn:

Fritz Ottenheimer

Wie hat das geschehen können?

Von Konstanz in die USA durch den Krieg und zurück.

Jüdische Schicksale 1925-1996

1996, 230 Seiten,  € 20,35. ISBN 3-89649-006-0

 

Leo Picard (ehemaliger Schüler des Humboldt-Gymnasiums
Konstanz, damals noch Oberrealschule)

Vom Bodensee nach Erez Israel

Pionierarbeit für Geologie und Grundwasser seit 1924.

1996, 290 Seiten,  € 19,94. ISBN 3-89191-799-6

 

Martin Ruch

In ständigem Einsatz - Das Leben Siegfried Schnurmanns

Jüdische Schicksale aus Offenburg und Südbaden 1907-1997

1997, 112 Seiten,  € 15,34. ISBN 3-89649-196-2

 

Martin Ruch

Aus der Heimat verjagt – Zur Geschichte der Familie Neu

Jüdische Schicksale aus Offenburg und Südbaden 1923-1998

1998, 240 Seiten,  € 16,77. ISBN 3-89649-284-5

 

Martha und Else Liefmann

Helle Lichter auf dunklem Grund -
Die 'Abschiebung' aus Freiburg nach Gurs 1940-1942
(Reprint).
Mit Erinnerungen an Professor Dr. Robert Liefmann
sowie weiteren Beiträgen und Dokumenten.
1995, 221 Seiten, € 17,64 . ISBN 3-89191-815-1

 

Richard Zahlten

Dr. Johanna Geissmar -
Von Mannheim nach Heidelberg und über den
Schwarzwald durch Gurs nach Auschwitz-Birkenau 1877-1942.
Einer jüdischen Ärztin 60 Jahre danach zum Gedenken.
2001, 68 Seiten, 14,80 €. ISBN 3-89649-661-1

 

Lilli Bernhard-Ithai,
Erinnerung verpflichtet -
Von Berlin über Brüssel nach Lyon in die Schweiz
und durch Gurs nach Auschwitz.
Jüdische Schicksale 1933-1945.
1999, 83 Seiten, 14,32 €. ISBN 3-89649-372-8

Erhard Roy Wiehn (Hg.),
Camp de Gurs 1940
Zur 'Abschiebung' der Juden aus Südwestdeutschland
60 Jahre danach zum Gedenken.
2000, 188 Seiten, 18,41 €. ISBN 3-89649-530-5

Erhard Roy Wiehn,
Zum Reichspogrom 1938
Die Ereignisse in Konstanz 70 Jahre danach zum Gedenken.
1. Aufl. 2008. 156 Seiten. ISBN 3-86628-165-X

Peter Künzel

Sainte Radegonde

Traum und Tragik der jüdischen Familie Abraham
aus Baden: Rust - Freiburg - Saumur - Auschwitz

1900-1950

1. Aufl. 2008; ca. 100 Seiten, EUR 14,80.
ISBN 3-86628-195-1, 978-3-86628-195-0

 

Christoph Schwarz
Verfolgte Kinder und Jugendliche
aus Baden-Württemberg 1933-1945

2. Auflage 2009
, 262 Seiten, € 14,80. ISBN 3-86628-171-4

 

Hans-Hermann Seiffert,
Johanna Hammel
Der Weg einer Jüdin aus Konstanz
durch Gurs nach Auschwitz-Birkenau.
1. Aufl. 2011, 104 Seiten,
zahlreiche Fotos und Dokumente. € 14,80.
ISBN 978-3-86628-358-9 u. 3-86628-358-X

 

Konrad Görg
Wir sind, was wir erinnern.

Zwei Generationen nach Auschwitz.
Stimmen gegen das Vergessen.

In Erinnerung an Erwin Katz

Vorwort von Erhard Roy Wiehn
1. Aufl. 2008. 98 Seiten. € 9,95. ISBN 3-86628-208-7

ISBN 978-3-86628-208-7

 

Andreas Meckel

"der Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen"

Die Justizmorde an Oskar Löwenstein und Marianne Golz

durch das Sondergericht Prag 1943

Konstanz 1. Aufl. 2009; 150 Seiten, EUR 16,80.
ISBN 3-86628-240-0, 978-3-86628-240-7

 

 

Zum Inhaltsverzeichnis der Edition / to the contents of the edition Shoáh & Judaica / Jewish Studies

 

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