Edith Drori
Die Jahre danach.
Nach Kriegsjahren im
slowakischen Untergrund und
der ersten Nachkriegszeit in der Slowakei ein
erfülltes Familienleben mit eigener Farm
in Israel und ein Lebensabend in drei Heimaten.
1944-2009.
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn
Juli 2009, 124 Seiten, Fotos. € 14,80
ISBN 3-86628-256-7 u. 978-3-86628-256-8
Edith Drori: Mein Lebensrecht erkämpft
Wenn ein
Mensch 60 Jahre nach einer historischen Epoche in seiner Heimat geehrt, ausgezeichnet
und dekoriert wird, dann ist klar, daß er in jener Zeit eine bedeutende Rolle
gespielt hat.
Manche Leserinnen oder Leser meiner
Erinnerungen unter dem deutschen Titel „Des Lebensrechts beraubt“, die bis
jetzt in fünf Sprachen übersetzt sind, werden vielleicht die Frage stellen: Warum
hat diese Heldin eigentlich ihre Heimat verlassen?
Diese Frage war eine Aufforderung: Erzähle
doch warum!
War es die Sehnsucht nach einer sonnigen
Heimat? Oder die Sehnsucht nach zwei geliebten Geschwistern, die im Jahre 1939 als
Zionisten nach Palästina ausgewandert waren? Sie und ich sind die einzigen
Familienmitglieder, die nicht Opfer des Holocaust geworden sind.
Nein, das waren nicht die Motive!
Die Wahrheit ist, daß ich zu empfindlich war
gegenüber jeglichen, sogar "feinem" Ausdruck von Antisemitismus,
nachdem ich mir mein Lebensrecht erkämpft hatte.
Warum hat die Asche der sechs Millionen Opfer
den Hass gegenüber dem jüdischen Volk nicht aus der Welt geschafft?
Haifa, im
März 2009
Aus dem Vorwort
des Herausgebers Erhard Roy Wiehn
Das erstaunliche Leben
einer Überlebenden
"Edith
Droris Geschichte beginnt im Februar 1942 in der Slowakei, wo das Schicksal der
Juden dadurch besiegelt war, Juden zu sein: Des Lebensrechts beraubt",
schrieb ich im Vorwort zu ihrem ersten Buch und weiter: "Als sie hört, daß
die gesamte jüdische Bevölkerung deportiert werden soll, entscheidet sie sich
für den Kampf ums Überleben, der damit beginnt, sich des gelben Sterns zu
entledigen. Unter falschem Namen arbeitet sie zunächst, auf einem Bauernhof;
als sie entdeckt zu werden droht, kehrt sie kurz zu ihrer Mutter zurück, um
dann Abschied zu nehmen, der endgültig ist; denn sie erfährt, daß die
Transporte in die Vernichtungslager bereits begonnen haben.
Eine Felsenhöhle in den Bergen als erstes
Versteck wird Edith in jeder Hinsicht zur Hölle. Als "Katka" gelangt
sie dann bald zu den Partisanen, womit ab Herbst 1942 ein ca.
zweieinhalbjähriges Leben in den Wäldern beginnt, von dem man sich kaum
vorstellen kann, wie es eine junge Frau unter lauter Männern und vor allem
unter deutscher Besatzung überleben kann. Katka alias Edith (Ernst) Drori
berichtet vom unglaublich entbehrungsreichen, ständig bedrohten Alltag, von
menschlichen Höhen und Tiefen unter den Kameraden, von ihren vielfältigen
Aufgaben der Versorgung einer großen Partisanen-Einheit von schließlich 500
Mann, von ihrer Verzweiflung über die Schicksale ihrer Mutter und Familie und
nicht zuletzt von ihren Hoffnungen in den Slowakischen Aufstand 1944, der zunächst
jedoch scheitert. Katka alias Editha Ernestova beweist ihren außergewöhnlichen
Mut, als sie nicht zuletzt auch gegen judenfeindliche Vorurteile unter den
slowakischen Aufständischen kämpft, kann sogar russischen Offizieren
imponieren, wird schließlich von der Roten Armee befreit und mit dem "Orden
des Roten Sterns" ausgezeichnet.
Edith Ernst-Droris Erinnerungen habe ich
nicht nur deshalb besonders gerne in unserer Edition aufgenommen, um jüdischem
Widerstand in Gestalt einer jungen Frau einmal mehr einen Namen und eine Stimme
zu geben, sondern auch weil ich Katkas damaliges Aktionsgebiet selbst mehrfach
bereiste und durch meinen unvergessenen Freund Anton (Tono) Eliaš (Bratislava) vor vielen Jahren
schon direkten Kontakt mit ehemaligen slowakischen Widerstandskämpfern hatte."
*
Edith
Droris Erinnerungen Die Jahre danach sind eine Fortsetzung ihres ersten Bandes
und beginnen mit der ersten Zeit nach ihrer Befreiung in der Slowakei, dem
nicht leichten Übergang vom Untergrund in ein normales Leben, schildern erste
Aufgaben in der Nachkriegs-Slowakei, ihre Ausbildung als Sozialreferentin, ihre
Registrierung von Kriegsschäden, ihre Leitungsfunktion in einem Heim für Kinder
und kranke Kriegsheimkehrer, berichten von der Suche einer jungen Frau nach
einer beruflichen Perspektive, von ihrem Studium in Bratislava, leider auch von
judenfeindlichen Erfahrungen und von ihrer Entscheidung für Israel, wo zwei ihrer
Geschwister bereits seit Jahren leben.
Weiterhin
aktuell sind die folgenden von Erhard Roy Wiehn herausgegebenen Titel:

Brigitte Pimpl u. Erhard Roy Wiehn (Hg.)
Was für eine Welt
Jüdische Kindheit und Jugend in Europa 1933-1945.
Ein Lesebuch.
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn.
1995, 171 Seiten, € 14,32. ISBN 3-89191-816-X
Jan Wiener, Immer gegen den
Strom - Ein jüdisches Überlebensschicksal aus Prag 1939-1950.
1992, 144 Seiten, € 16,36. ISBN 3-89191-571-3
Ruth Felix, Diese Hölle überlebt - Ein jüdisches
Familienschicksal aus Mähren 1924-1994.
1995, 110 Seiten, € 14,32. ISBN 3-89191-950-6
Eitan Porat, Stimme der toten Kinder - Von den Karpaten durch Auschwitz,
Nordhausen und Bergen-Belsen nach Israel 1928-1996.
1996, 88 Seiten, € 12,68. ISBN 3-89649-056-7
Eitan Porat, Voice of the dead children - From the Carpathian Mountains
via Auschwitz and Bergen-Belsen to Israel 1928-1996 (englisch u. hebräisch).
1997, 92 Seiten/pages. ISBN
3-89649-123-7 (vergriffen)
Pavel Stránský, Als Boten der Opfer - Von Prag durch Theresienstadt,
Auschwitz, Schwarzheide und zurück. Tschechisch-jüdische Schicksale 1939-1997.
2001, 51 Seiten, € 10,00. ISBN 3-89649-683-2
Milos Pick, Verstehen und nicht vergessen - Durch Theresienstadt,
Auschwitz und Buchenwald-Meuselwitz. Jüdische Schicksale in Böhmen 1939-1945.
2000, 90 Seiten, € 15,34. ISBN 3-89649-544-5
Edith Ernst-Drori, Des Lebensrechts
beraubt -
Drei Jahre im Untergrund. Jüdische Schicksale in der Slowakei 1942-1945.
2000, 216 Seiten, € 20,45. ISBN 3-89649-529-1
Harold Saunders, Zeugnis geben - Von Bratislava durch Auschwitz-Birkenau
ins Lager Gleiwitz I und zurück 1938 - 1945.
2001, 120 Seiten, € 17,00. ISBN 3-89649-676-X
Peter Erben, Auf eigenen Spuren
-
Von Mährisch-Ostrau durch Theresienstadt, Auschwitz I, Mauthausen, Gusen III
über Paris nach Israel.
Jüdische Schicksale aus der Tschechoslowakei.
2001,133 Seiten, € 21,30.
ISBN 3-89649-677-8
Helena Srubar, Eine schreckliche Zeit - Tschechisch-jüdische
Überlebensgeschichten.
2001, 180 Seiten, € 24,80. ISBN 3-89649-719-7
Heinz J. Hermann, Mein Kampf gegen
die Endlösung - Von Troppau und Proßnitz durch Theresienstadt,
Auschwitz-Birkenau und Dachau nach Israel.
2002, 124 Seiten, 19,80 €. ISBN 3-89649-758-8
Hans Munk,
Theresienstadt in
Bildern und Reimen.
Kommentiert von Jehuda Manor alias
Peter Munk.
43 Aquarelle, viele Fotos
Konstanz 2004, 195 Seiten, 24,80 €. ISBN 3-89649-920-3
Zum
Inhaltsverzeichnis der Edition / to the contents of the edition Shoáh & Judaica / Jewish Studies
Olga Horak,
Von Auschwitz
nach Australien.
Erinnerungen einer Holocaust-Überlebenden
an ihre Kindheit in Bratislava,
die Deportation nach Auschwitz,
den Todesmarsch von Kurzbach nach Dresden
und an die Befreiung in Bergen-Belsen.
Aus dem Englischen übersetzt von Gudrun
Piater
Oktober 2007; 130
Seiten; € 12,80 ISBN 3-86628-163-3
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