Hartung-Gorre Verlag
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Neuerscheinung Novemer 2010

Erhard Roy Wiehn
Judentum und
Christentum.
Gemeinsames und Trennendes im kurzen Überblick.
Versuch einer vergleichenden Betrachtung
als aktueller Denkanstoß
1. Aufl. 2010; 104
Seiten, EUR 14,80.
ISBN 978-3-86628-350-3
Synagoga et Ecclesiae
Das
eigentlich unmögliche Unterfangen der vorliegenden kleinen Schrift über Judentum
und Christentum – Gemeinsames und Trennendes entstand aus der persönlichen Erfahrung, daß christliche Freundinnen und Freunde oft ebenso wenig
über das Judentum wissen wie jüdische Freundinnen und Freunde über das
Christentum (bzw. die Christentümer); über den Islam
dürften die allermeisten Nicht-Muslime leider überhaupt noch viel zu wenig
wissen. – Im folgenden Versuch einer vergleichenden Betrachtung von Judentum
und Christentum werden vor allem Fragen zu Themen und Problemen behandelt, wie
sie sich in interkonfessionellen, nicht unüblichen Alltags-Gesprächen häufig
stellen, die einerseits durchaus beiderseitige Glaubensüberzeugungen berühren,
andererseits aber auch ganz praktische Aspekte unterschiedlicher alltäglicher
Lebensführung betreffen können.
Als ich im
April 2010 an der vorliegenden Argumentation zu arbeiteten begann, bemerkte ich
einmal mehr, wie aktuell und weitreichend die hier behandelten Fragen sind –
weshalb zwecks Verzahnung mit dem öffentlichen Diskussionskontext ganz bewußt auch ausgewählte Tageszeitungs-Themen einbezogen
werden –, als nämlich zum Beispiel die damals neue niedersächsische muslimische
Sozialministerin Aygül Özkan
sich in ihrem Amtseid zum großen Erstaunen vieler "auf den einen und
einzigen Gott" berief, "der den drei monotheistischen Religionen, dem
Judentum, dem Christentum und dem Islam gemeinsam ist und den alle drei
Religionen als den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verehren". Vielleicht
war dies eine ebenso kühne wie zukunftsweisende Geste (bzw. These?), die
unbedingt Beachtung verdient, hier eigentlich mitdiskutiert werden müßte, jedoch leider den gesetzten Rahmen sprengt und
deshalb vertagt werden muß.
Mein
bescheidener Versuch und Denk-Anstoß wird offenkundig nicht von
einem christlichen Theologen, einem Rabbiner oder "wertfreien"
Religionswissenschaftler unternommen, sondern von einem engagierten
Zeitgenossen und (emeritierten) Soziologen (und Historiker) in Deutschland, der
sich immer wieder einzumischen versucht, sich seit vielen Jahren auch für
Religionssoziologie interessiert, mit Fragen des christlich-jüdischen
Verhältnisses beschäftigt und in seiner Edition Shoáh und Judaica bereits manches dazu veröffentlichen
konnte. – Aus meinem professionellen Hintergrund kommt hier noch das klassische
Motiv der Aufklärung hinzu. Man kann und muß
ja nicht immer alles voneinander wissen, weder bezüglich Religion oder
Konfession noch im Leben ganz allgemein. Wenn man jedoch nicht nur in
gegenseitiger Achtung und Toleranz gedeihlich miteinander leben, sondern
womöglich sogar einen produktiven Dialog führen will, dem es vor allem um
Gemeinsames geht, so braucht man ein Minimum an gegenseitigem Wissen, was ja
eigentlich immer nur ein Gewinn sein kann, weil es Horizont und Welt erweitert.
Zum Inhaltsverzeichnis
/ to the contents of Shoáh
& Judaica / Jewish Studies
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