Hartung-Gorre
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S
Januar
2008 |

Erhard Roy Wiehn,
Zum Reichspogrom 1938
Die Ereignisse in Konstanz 70 Jahre danach zum Gedenken.
Konstanz 1. Aufl. 2008. 156 Seiten, €
14,80. ISBN 3-86628-165-X
70
Jahre danach und für immer unvergessen
Am 09./10.
November 2008 sind 70 Jahre seit dem Reichspogrom von 1938 vergangen,
und doch werden die wenigen noch lebenden Opfer und betroffenen Zeitzeugen von
damals finden, es sei erst gestern geschehen. Schon sehr bald wird es jedoch
überhaupt keine Augenzeugen mehr geben, die Auskunft geben könnten, weshalb einschlägige authentische Literatur immer
wichtiger werden dürfte.
Als wir vor 20 Jahren Novemberpogrom 1938 - Die
'Reichskristallnacht' in den Erinnerungen jüdischer Zeitzeugen der Kehilla
Kedóscha Konstanz, 50 Jahre danach als Dokumentation des
Gedenkens (Hartung-Gorre Verlag, Konstanz
1988) veröffentlichten, war dies die erste derartige Publikation in der Stadt
Konstanz und in der Bodenseeregion. Damals hatte ich noch zahlreiche ehemalige Mitglieder der
alten Jüdischen Gemeinde Konstanz hier und in Israel befragen können, von denen die allermeisten inzwischen leider nicht
mehr am Leben sind.
Wie an der Liste ausgewählter Literatur zu ersehen ist, gab es
auch damals schon zahlreiche Publikationen
zum Thema, inzwischen gibt natürlich noch sehr viel mehr und erfreulicherweise auch etliche neuere Publikationen
über jüdisches Leben in Konstanz.. Im Internet finden sich (am 19.06.2007)
26.800 Einträge zum Begriff "Novemberpogrom 1938", 55.400 zu
"Reichspogromnacht", 126.000 zu
"Reichskristallnacht" und 504.000 zu "Kristallnacht".
Sicher
sind die Hintergründe und Folgen der "Reichspogromnacht" heutzutage landesweit viel besser erforscht als jemals
zuvor, insbesondere auch was das jeweils örtliche Geschehen betrifft,
eine umfassende und zusammenfassende Arbeit zum derzeitigen Forschungsstand
scheint bis jetzt aber noch nicht vorzuliegen, was jedoch im Laufe des Jahres
2008 noch geschehen kann.
Eine der abenteuerlichsten Thesen zum Hintergrund der
"Reichspogromnacht" in Deutschland soll hier zwar
gewiss nicht diskutiert, aber wenigstens erwähnt werden: Demnach könnte der
Anschlag auf den deutschen Botschaftsangehörigen Ernst vom Rath
in Paris am 7. November 1938 von den Deutschen selbst inszeniert
worden sein, um einen "guten" Grund für den folgenden brutalen
antijüdischen Pogrom zu haben.
Bei der vorliegenden Schrift handelt es sich um ein
Reprint unserer Publikation aus dem Jahre 1988, weil es darin nicht um
irgendwelche korrekturbedürftigen Thesen oder Erklärungen geht, sondern fast
ausschließlich um Aussagen von Zeitzeugen und Opfern, die noch
einmal zu Wort kommen sollen, weil sie nach wie vor ein ziemlich realistisches
Bild der damaligen Situation vor, während und nach der
"Reichspogromnacht" im November 1938 bis zur Deportation nach Gurs im
Oktober 1940 bieten dürften.
Die weiteren Beiträge im zweiten Teil über Juden in
Konstanz, d. h. also insbesondere über die Besuche ehemaliger Konstanzer
Jüdinnen und Juden in den achtziger Jahren des 20. Jahrhundert in Konstanz
sowie die Artikel über Lasten und Chancen der Schoáh mögen das Bild vervollständigen. …
An
Tischab'Av, also am 09. des jüdischen Monats Av, erinnert sich das jüdische
Volk an die Zerstörungen des ersten Tempels im Jahre 586 v. u. Z. und
im Jahre 70 sowie auch an einschlägige spätere Katastrophen, und das gilt ganz
gewiss auch für den Novemberpogrom 1938, und zwar für alle Zeiten. Wir
geben der vorliegenden Schrift den Titel "Reichspogrom", weil
"Kristallnacht" oder
"Reichskristallnacht" allzu verharmlosend klingt, und weil es sich ja eben nicht nur um
eine Nacht gehandelt hat, sondern um eine Kette von Ereignissen, durch die Deutschland selbst in eine lange, tiefe Nacht
stürzte... - Im übrigen und im Hinblick
auf das kollektive Gedächtnis Deutschlands und Österreichs: Was aufgeschrieben, veröffentlicht und in etlichen
Bibliotheken der Welt aufgehoben ist, wird vielleicht nicht so schnell
vergessen.
24.
Juli 2007 - Tischab'Av 5767,
22. Oktober 2007 - 67.
Jahrestag der Deportation der damals letzten Konstanzer
Jüdinnen und Juden in das französische Intemierungslager Camp de Gurs
in Südwestfrankreich,
20.
November 2007 - nach dem 69. Jahrestag des Reichspogroms 1938
Für die Thematik sind die folgenden von Erhard Roy Wiehn
herausgegebenen Titel weiterhin aktuell:
E. Roy Wiehn
NOVEMBERPOGROM 1938
Die 'Reichskristallnacht'
in den Erinnerungen jüdischer Zeitzeugen der Kehilla Kedoscha Konstanz
50 Jahre danach als
Dokumentation des Gedenkens
1988, 316 Seiten, €
15,24. ISBN 3-89191-173-4
E. Roy Wiehn (Hg.)
Die sogenannte 'Abschiebung'
der badischen und saarpfälzischen Juden
in das französische
Internierungslager Gurs als Vorstation von Auschwitz.
50 Jahre danach zum
Gedenken
1990, 1016 Seiten, € 34,77. ISBN 3-89191-332-X
Fritz Ottenheimer
Wie hat
das geschehen können?
Von Konstanz in die USA durch den Krieg und zurück.
Jüdische Schicksale 1925-1996
1996, 230 Seiten, €
20,35. ISBN 3-89649-006-0
Leo Picard (ehemaliger
Schüler des Humboldt-Gymnasiums Konstanz, damals noch Oberrealschule)
Vom
Bodensee nach Erez Israel
Pionierarbeit für
Geologie und Grundwasser seit 1924.
1996, 290 Seiten, €
19,94. ISBN 3-89191-799-6
Martin
Ruch
In ständigem Einsatz - Das Leben
Siegfried Schnurmanns
Jüdische
Schicksale aus Offenburg und Südbaden 1907-1997
1997,
112 Seiten, € 15,34. ISBN 3-89649-196-2
Martin
Ruch
Aus der Heimat verjagt – Zur
Geschichte der Familie Neu
Jüdische
Schicksale aus Offenburg und Südbaden 1923-1998
1998,
240 Seiten, € 16,77. ISBN 3-89649-284-5
Martha und Else Liefmann
Helle Lichter auf
dunklem Grund -
Die 'Abschiebung' aus Freiburg nach Gurs 1940-1942 (Reprint).
Mit Erinnerungen an Professor Dr. Robert Liefmann
sowie weiteren Beiträgen und Dokumenten.
1995, 221 Seiten, € 17,64 . ISBN 3-89191-815-1
Richard
Zahlten
Dr. Johanna Geissmar -
Von Mannheim nach Heidelberg und über den
Schwarzwald durch Gurs nach
Auschwitz-Birkenau 1877-1942.
Einer jüdischen Ärztin 60 Jahre danach zum Gedenken.
2001, 68 Seiten, 14,80 €. ISBN 3-89649-661-1
Lilli Bernhard-Ithai,
Erinnerung verpflichtet -
Von Berlin über Brüssel nach Lyon in die Schweiz
und durch Gurs nach Auschwitz.
Jüdische Schicksale 1933-1945.
1999, 83 Seiten, 14,32 €. ISBN 3-89649-372-8
Erhard
Roy Wiehn (Hg.),
Camp de Gurs.
Zur Deportation der Juden aus Südwestdeutschland 1940
Erweiterte Neuaufl. 2010, 200 Seiten, 18,00 €.
ISBN 3-86628-304-0 und 978-3-86628-304-6
Christoph
Schwarz
Verfolgte Kinder und
Jugendliche
aus Baden-Württemberg 1933-1945
Herausgegeben von
Erhard Roy Wiehn
2. Aufl. 2009, 262 Seiten, € 14,80. ISBN 3-86628-171-4
Hans-Hermann
Seiffert
Entrechtet – verschleppt –
ermordet
Der Weg der Konstanzer Jüdin Johanna Hammel in die Gaskammer von
Auschwitz-Birkenau
1898-1942 (Erweiterte Neuauflage geplant, z.Z. vergriffen)
1. Aufl. Konstanz 2007. 56 Seiten. € 9,80. ISBN 3-86628-179-X
Konrad Görg
Wir
sind, was wir erinnern.
Zwei
Generationen nach Auschwitz.
Stimmen gegen das Vergessen.
In Erinnerung an Erwin Katz
Vorwort von Erhard Roy Wiehn, Geleitwort Horst Eberhard Richter
2. Aufl. 2009. 110
Seiten. € 9,95. ISBN 3-86628-208-7
DVD
zum Camp de Gurs
Jürgen
Enders (Regisseur),
Nach dem
Dunkel kommt das Licht
Berichte vom Leben und Überleben in den südfranzösischen Lagern Gurs und
Rivesaltes
Drei Schicksale * Drei Porträts
Hannelore und Margot
Wicki-Schwarzschild, Paul Niedermann
Dokumentarfilm, 84 min,
Format 16:9, Sprache Deutsch, PAL 2, DVD-Video
Erscheinungsjahr 2011. € 15,00.

Zum Inhaltsverzeichnis der Edition / to the
contents of the edition Shoáh & Judaica / Jewish
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