Neuerscheinungen Juni 2010 und April 2012

Das
Buch:
Uwe
Keller
Plötzlich sprachlos
Diagnose: Schlaganfall
Schritt für Schritt und Wort für Wort
zurück ins aktive Leben
Vorwort
von Dr. Luise Lutz
5.
Aufl. 2012. 100 Seiten, €14,80.
ISBN 978-3-86628-329-9 und 3-86628-329-6
Seit
April 2012 gibt es einen Film zum Buch:

Uwe
Keller
Plötzlich sprachlos
Diagnose: Schlaganfall
Schritt für Schritt und Wort für Wort
zurück ins aktive Leben
Diese DVD enthält Auszüge aus
meinen Lesungen in Idstein, Nürtingen und Berlin
sowie einige Ausschnitte aus meinen
Sprachtherapien in der Frührehabilitation.
1.
Aufl. 2012. Spieldauer etwa156 Minuten, € 9,80.
ISBN 978-3-86628-423-4 und 3-86628-423-3
Buch
und Film zusammen bestellt
kosten € 23,60 - zzgl. Versandkosten.

Zum Autor: Uwe Keller
geboren 31.05.1953
in Zaberfeld
2 Töchter
Beruf: Gärtner
Geschwister: 3
Uwe Keller
erlitt am 18.02.1998 einen leichten Schlaganfall. Wie man so schön sagt: Aus
heiterem Himmel hat ihn der Schlag getroffen. Die Sprachstörungen sowie die
Sensibilitätsstörung am linken Arm bildeten sich komplett zurück.
Am
21.09.2001 erlitt Uwe Keller seinen zweiten Schlaganfall, wieder ohne jegliche
Vorwarnung, doch dieses Mal hatte dies für ihn wesentlich schwerwiegendere
Folgen.
Was er
alles erlebt, gesehen und wieder gelernt hat und wie er es geschafft hat,
andere Menschen zu motivieren und auch selbst immer an sich zu „arbeiten“, hat
ihn bewogen, dieses Buch zu schreiben.

Mit Ratschlägen des Autors und anderer Betroffener an Aphasiker
für leichteren Umgang mit alltäglichen und schwierigen Situationen.
Aus dem Vorwort von Dr. Luise Lutz:
Wer mit Aphasie zu tun hat, weiß, dass sie aus dem Hinterhalt über
das gesamte Leben der Betroffenen herfällt und sie mit ihren Angehörigen
hilflos zurücklässt. Auf Verzweiflung und Ratlosigkeit folgt oft Einsamkeit,
weil weder die Aphasiker noch ihre Umgebung wissen, wie sie diesen Abgrund der
Sprachlosigkeit überwinden können. Es dauert lange, bis sie die fast
übermenschlichen Kräfte entwickeln können, die nötig sind, um dieser lähmenden
Einsamkeit zu entkommen.
Es gibt einige bewegende Berichte von Aphasikern, die ihre
jahrelangen Kämpfe auf dem Weg zurück ins Leben beschreiben. Uwe Kellers Text
gehört dazu. Er hat darüber hinaus eine ganz besondere Qualität, die man sonst
Bestsellern nachsagt: Man kann nicht zu lesen aufhören! Mit ungewöhnlicher
Intensität nimmt er uns Leser mit in seine aphasische Welt. Er fängt uns ein:
Ich durchlebe seine Ängste mit ihm; ich bin stolz mit ihm, wenn
"Ball" verständlich aus seinem Mund kommt, und ich kann – zwischen
den vielen erschreckenden Erlebnissen – immer wieder mit ihm lachen.
Uwe Keller hat nach dem Schlaganfall intuitiv die Mittel gefunden,
die ihn zur Sprache, zu den Menschen, zur Welt zurückbringen konnten. Eins der
wichtigsten: Er hat von Anfang an versucht, ständig - fast ohne Worte - Kontakt
zu seiner Umgebung aufzunehmen, und er hat nie resigniert, wenn seine mühsamen
Kommunikationsversuche scheiterten. "Menschen sind für mich der Schlüssel
zur Sprache", sagt er und spricht damit aus, was für alle Aphasiker gilt.
Sprache entsteht im Gespräch, ein Gesprächspartner regt sie im anderen an.
Allerdings genügen Gespräche nicht, die tiefe Krise zu überwinden,
die mit Aphasie verbunden ist. Jeder Aphasiker muss die Tatsache seiner Aphasie
mit allen Konsequenzen nicht nur erkennen, sondern auch akzeptieren. Uwe Keller
weiß, wie schwer das ist. Aber er hat es geschafft. Hinter der Schilderung seiner
traurigen wie seiner komischen Erlebnisse ist seine Botschaft zu spüren:
"Das Leben ist trotz Behinderung lebenswert."
Ich freue mich, dass es dieses Buch gibt. Und ich freue mich, dass
es Uwe Keller gibt. Beiden wünsche ich viel Erfolg.
Luise Lutz
Schlagwörter: Aphasie, Schlaganfall, Apraxie, Rehabilitation,
Logopädie, Selbsthilfegruppe, Aphasiker, halbseitig gelähmt
Besprechung in FORUM Logopädie - Ausgabe
05/10, Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.
"Ein Buch, das Mut macht",
findet unsere Rezensentin Dr. Monika Rausch.
Bevor du über einen Mensch urteilst,
musst du erst drei Monde in seinen Mokassins gelaufen sein. Diese indianische Redensart lädt dazu
ein, sich in die Perspektive eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Das Buch
von Uwe Keller lädt dazu ein, sich in die Perspektive eines Aphasikers zu
versetzen, genau genommen in die Perspektive des Uwe Keller. Dabei handelt es
sich nicht um eine Autobiographie. Über den Autor und sein gesamtes Leben
erfährt der Leser nur wenige Daten und einzelne Informationen. Dafür spricht
das ganze Buch über die Krankheit, "den Blitz aus heiterem Himmel",
die Folgen und deren Bewältigung. Uwe Keller lädt in seinem Buch ein, seine
Perspektive auf eine folgenschwere Krankheit einzunehmen und mitzuverfolgen,
wie er sich von den Schlaganfallfolgen nicht besiegen lässt. Genau diese
Perspektive hat mich beim Lesen nicht losgelassen. Ich kann Luise Lutz nur
zustimmen, die im Vorwort schreibt: "man kann nicht zu lesen
aufhören".
Vielleicht fesseln der unglaubliche Durchhaltewille und die immer neuen Ideen,
mit denen Uwe Keller die großen und kleinen Hindernisse angeht, die der Alltag
Menschen mit einer schweren Aphasie in den Weg legt. Wie er sich
"sprachlos" gegen eine entwürdigende Maßnahme in der Pflege wehrt
oder für seine Mitpatienten einsetzt. Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass
er konsequent die Perspektive seines Erlebens einnimmt: wie war das für ihn,
als er beispielsweise vom Krankenhaus in die Reha-Klinik wechselte, was ging in
ihm bei den ersten Gehversuchen vor. Die verwendeten Worte zeigen eindrucksvoll
die große Bandbreite der Gefühle und das Auf und Ab der Emotionen im Umgang mit
den Folgen des Schlaganfalls, wie eine kleine Auswahl von Worten zeigt: Angst,
Stolz, Verzweifelung, Humor, hadern, griesgrämig, offen, Spaß am Leben, bitter,
ärgern, weh tun, hilfbereit, freundlich, Unsicherheit, Hoffnung, ungeheuer
schlimm, Trost, Zuspruch, glauben, starker Willen, total gerührt, irgendwie
glücklich, unbändiger Willen, total nett, angst und bange, kämpfen,
Enttäuschung, weinen, beleidigt, gute Seele, mühevoll, ein unbeschreibliches
Gefühl.... Die Ereignisse werden nur soweit beschrieben, wie es nötig ist, um
zu verstehen, was im Inneren von Uwe Keller vorging. Gleichzeitig wird dabei
die Absicht deutlich, die Uwe Keller mit dem Buch vefolgt: er will anderen
Aphasikern Mut machen. Er erlaubt einen Blick in sein Inneres, in sein ganz
persönliches Erleben seiner Krankheit, weil er bei allen Wechselbädern der
Gefühle überzeugt ist: "ganz weit unten ist der Anfang ins Leben
zurück". Er möchte am Beispiel seiner eigenen Krankheitsbewältigung
zeigen, dass es gelingen kann, auch nach einem Schlaganfall mit Aphasie und
Hemiparese sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dass es möglich ist,
auch mit einer schweren Aphasie Spaß am Leben zu haben.
Das ganze Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, DASS und auch WIE es
gelingen kann, ein sinnvolles und selbstbestimmtes Leben mit Aphasie zu führen,
nicht Opfer des eigenen Schicksals zu sein, sondern wieder neu Gestalter der
Alltags und des Lebens zu werden. Uwe Keller beschreibt, wie wichtig die
Menschen sind, vor allem solche Menschen, die Freundlichkeit, Ermutigung und
Verständnis vermitteln. Für ganz besonders wichtig hält er Gespräche, die
jedesmal auch Übungsmöglichkeit sind, die aber auch mehr Teilhabe und weniger
Missverständnisse bedeuten. Für ihn lohnt es sich, dafür die Schwierigkeiten
auf sich zu nehmen, die ein Gespräch für einen Aphasiker mit ganz erheblichen
sprachlichen Einschränkungen bedeutet. Dass er sich selbst immer wieder neue
Ziele setzt und diese dann ganz ausdauernd und hartnäckig verfolgt, beschreibt
er, drängt dieses Verhalten aber nicht als Allheilmittel auf, sondern erwähnt
ganz am Schluss seinen Stolz darauf, dass er zu soviel Sprache zurückgefunden
hat. Das mutmachende Buch mündet schließlich in einige Ratschläge für den
Umgang mit alltäglichen und schwierigen Situationen.
Auch wenn ich als Logopädin viel über Aphasien gelernt habe und weiß, wie
beispielsweise ein Rehabilitationsprozess oder Krankheitsverarbeitung verlaufen
kann, habe ich das Buch als Bereicherung erlebt. Ich bin Uwe Keller sehr
dankbar, dass er mir erlaubt hat, in der Zeit des Lesens gleichsam in seinen
Mokassins zu laufen und sein Erleben seiner Krankheit "von innen"
kennenzulernen. Allen, die in der Versorgung von Aphasikern tätig sind, kann
ich die Lektüre nur empfehlen. Es ist dem Buch zu wünschen, dass es viele Leser
bereichern und ein besseres Verständnis für die gravierenden Folgen einer
Aphasie verbreiten kann. Seine Absicht, Mut zu machen, ist dem Autor bestens
gelungen, bleibt zu hoffen, dass das Buch möglichst viele Menschen erreicht.
Dr. Monika Rausch
Hartung-Gorre Verlag / D-78465 Konstanz / Germany
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