Jehuda
L. Stein
Jüdische
Ärzte und
das jüdische Gesundheitswesen
in Krakau
Vom
15. Jahrhundert bis zur Schoáh
Vorwort
von Georg Eisner
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn
1.
Aufl., Konstanz 2006, 60 Seiten. € 9,80, ISBN 3-86628-046-7
Inhalt
Georg Eisner: Ein Gesamtbild geschaffen
Erhard Roy Wiehn: Erinnern und nicht vergessen
Jehuda L.
Stein: Jüdische Ärzte und das jüd. Gesundheitswesen
1. Jüdische Ärzte in Krakau
Die Anfänge im 15. und 16.
Jahrhunder
Diskriminierung und
Akzeptanz jüdischer Ärzte
Jüdische Ärzte und
Augenärzte
Jüdische Apotheker
Medizinische Tradition
jüdischer Familien
Erste jüdische
Medizinstudenten an der Universität Krakau
Krakau unter
österreichischer Herrschaft
Jüdische Studenten in der
Polnischen Republik
Die jüdische medizinische
Studentenschaft
Jüdische Ärzte und
Medizinprofessoren
2. Das Jüdische Spital in Krakau
Die Anfänge im 16.
Jahrhundert
Das Jüdische Spital in den
beiden Weltkriegen
3. Gesundheitsdienst der Jüdischen Gemeinde während
der Schoáh
Der Gesundheitsdienst im
Ghetto Krakau
Im Zwangsarbeits- und
Konzentrationslager Krakau-Płaszów
Literatur
Jehuda L. Stein
Herausgeber
Ein Gesamtbild
geschaffen
Nach 'Die Steins - Jüdische Familiengeschichte in Krakau 1830–1999' und 'Juden in Krakau - Ein historischer
Überblick 1173–1939' legt Jehuda Stein hiermit sein drittes Buch vor: 'Jüdische Ärzte und das jüdische
Gesundheitswesen in Krakau'. In ihm werden mehrere Themenkreise vereinigt,
die in ihrer Kombination eine einzigartige historische Situation schaffen.
Biographien von Ärzten, Beschreibungen
ihrer Schicksale und Leistungen sowie Darstellungen des Gesundheitswesens waren
bekanntlich schon immer Gegenstand der allgemeinen Medizingeschichte. Geht es
aber um jüdische Ärzte, treten besondere Aspekte in den Vordergrund: Die
Beziehungen zwischen der christlichen und der jüdischen Welt, und zwar auf
einer speziellen personalen Ebene. Wie kam es dazu, daß Christen Juden als
Ärzte akzeptierten, und zwar sowohl zur Zeit des kirchlichen Antijudaismus - wo
Heilung und religiöser Glaube untrennbar miteinander verknüpft waren - als auch
nach der Aufklärung, da die Judenfeindschaft in säkularen Antisemitismus
überging? Wie begegneten die Juden denjenigen Glaubensgenossen, die dank ihrer
Nähe zu Christen in eine bessere soziale Stellung aufsteigen konnten? Und wie
verhielten sich die jüdischen Ärzte selbst in diesen Spannungsfeldern?
Mit dem besonderen Umfeld von Krakau kommt
ein weiterer Gesichtspunkt hinzu. Die Geschichte der Stadt innerhalb der
wechselvollen Geschichte Polens - unter sich ständig ändernden
Herrschaftsverhältnissen - hat auch das Schicksal der jüdischen Ärzte in ganz
spezifischer Weise beeinflußt. Juden, hochgeschätzt als Ärzte - sei es als
Leibärzte am Hofe, sei es als Stadtärzte der Bürger - später vertrieben und
beraubt, wieder zurückgeholt und erneut geehrt, schließlich vernichtet – dieses
Wechselbad der allgemeinen europäisch-jüdischen Geschichte erhält in Krakau
spezielle polnische, russische, deutsche Färbungen.
Es ist ein Glücksfall, daß sich gerade
Jehuda Stein dieses Themas angenommen hat. Aufgewachsen in Krakau hat er
persönlich noch die medizinische Welt seiner Zeit erlebt, einen Teil der Ärzte
und ihrer Familien, der medizinischen Institutionen und ihrer Patienten
gekannt. Er hat ihr Schicksal im Guten und Schlechten geteilt, die
Vorkriegszeit mit dem damals schon ausgeprägten Gegensatz zwischen Akzeptanz
und Ablehnung, den Zweiten Weltkrieg mit allen Greueln.
Trotz ereignisbedingter spärlicher
Quellenlage ist Jehuda Stein unermüdlich jeder Fährte nachgegangen und hat mit
viel Geduld und großem Einsatz aus vielen Puzzleteilen ein Gesamtbild
geschaffen. Der Leser ist eingeladen, ihm auf seinem Weg zu folgen und selbst
Einblick zu nehmen in eine Geschichte, die reich ist an interessanten
Persönlichkeiten und verflochtenen Schicksalen.
Georg
Eisner, M.D.,
Professor für Ophthalmologie an der Universität Bern, Schweiz
Bern, im November 2005
"Von
den 208 jüdischen Ärzten die unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
in Krakau frei praktiziert hatten oder als Spitalärzte tätig waren, wurden 142
- darunter 16 Frauen - ermordet oder kamen in den Konzentrationslagern ums
Leben. 17 der überlebenden Ärzte kehrten nach Krakau zurück."
Jehuda
L. Stein
Jehuda
L. Stein
Juden
in Krakau.
Ein historischer Überblick 1173 -1939
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn.
2. Auflage 2008, 132 Seiten, € 14,80
ISBN 3-89649-201-2
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