Hartung-Gorre Verlag

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S

Neuerscheinung 2001

 

 

 

 

Marie-Elisabeth Rehn,

Juden in Friedrichstadt –

Die Vorstandsprotokolle der Israelitischen Gemeinde

im Herzogtum Schleswig 1802 - 1860.

Konstanz 2001, 118 Seiten, 20,45 €. ISBN 3-89649-646-8

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Vorwort von Erhard Roy Wiehn

Zum "pinkas ha'kahal" von Friedrichstadt

Was wohl selbst in Norddeutschland ziemlich vergessen sein dürfte, das hat Dr. Marie-Elisabeth Rehn in ihrem neusten Buch in das Bewusstsein zurückgeholt: "Im schleswig-holsteinischen Friedrichstadt gab es eine der ältesten jüdischen Gemeinden der Region. Die kleine Stadt an der Eider, die auch heute nur ein paar tausend Einwohner zählt, wurde als Zufluchtsort für religiös Verfolgte während des 17. Jahrhunderts gegründet." (S. 9) Der Landesherr Herzog Friedrich III. von Gottorf habe sich von der Neugründung Anregungen für den Handel an der schleswig-holsteinischen Westküste versprochen, die nur über wenige und kleine Häfen verfügte. Der 9. November 1938 habe das Ende der Gemeinde bedeutet, an die heute nur noch die zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaute Synagoge und zwei Friedhöfe erinnern.

 

In der vorliegenden Schrift hat Frau Dr. Marie-Elisabeth Rehn nun das "pinkas ha'kahal", das Protokollbuch des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Friedrichstadt aufgearbeitet und eröffnet damit einen faszinierenden Einblick in ein blühendes jüdisches Gemeinwesen der Zeit von 1802-1860. Dieses Protokollbuch ist in sogenanntem "Judendeutsch" geschrieben und mußte also mit viel Mühe erst einmal übersetzt werden. Auch die Interpretation des Textes war schwierig; dennoch konnte die Autorin aufgrund ihres profunden jüdischen und historischen Wissens ein überraschend deutliches Bild herausarbeiten: Die Friedrichstädter Protokolle werden mithin nicht nur als anschauliches Beispiel für den Verlauf der Emanzipation der Juden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gezeigt, sondern zugleich auf exemplarische Weise im Hinblick auf die Wandlungsprozesse interpretiert, welche im Verlauf der großen technischwirtschaftlichen Revolution, der Bevölkerungsexplosion und der steigenden Mobilität jener Epoche auf jedes expandierende Gemeinwesen zugekommen waren.

 

"Kurz nach der Wende zum 19. Jahrhundert war die jüdische Gemeinde in Friedrichstadt eine kleine, übersichtliche Gemeinschaft, in der jeder einzelne strenger sozialer Kontrolle unterworfen war und diese auch gegenüber anderen ausübte. Denn nur so war nicht nur der Zusammenhalt der Religionsgemeinschaft als ganzes, sondern auch die religiöse Identität des Individuums gewährleistet."(S. 11) Der erste Eintrag im Protokollbuch vom 3. Juli 1802 berichtet kaum überraschend von der "erbitterten Kontroverse zwischen einer Fraktion religiöser Traditionalisten der Gemeinde und Anhängern einer gewissen Laisserfaire-Politik" (S. 33), und auch der letzte Eintrag vom 9. Dezember 1860 scheint mit Zores zu enden (S. 103). Alles in allem gab es also anscheinend oder scheinbar mehr Zores als Simches, mehr Konflikte als Vergnügen, wobei eben letztere wohl weniger protokolliert zu werden pflegen als erstere: Insgesamt jedenfalls ein spannendes Stück jüdischer Gemeindegeschichte in Norddeutschland. Dr. Marie-Elisabeth Rehn hat nach ihren Schriften 'Die Stillschweigs – Von Ostrowo über Berlin und Peine nach Heide in Holstein bis zum Ende in Riga, Theresienstadt und Auschwitz 1862-1944' (Konstanz 1998) und 'Juden in Norderdithmarschen - im Spiegel von Niederlassungsgesuchen des 19. Jahrhunderts' (Konstanz 2000) mit 'Juden in Friedrichstadt' nun einen weiteren und dritten wertvollen Beitrag zum jüdischen Leben im nördlichen Norddeutschland vorgelegt, der bleibt. Als ergänzende Lektüre zum religiösen jüdischen Leben empfehlen sich aus der Konstanzer Edition 'Shmih & Judaica/Jewish Studies' darüber hinaus die beiden Bände von Professor Dr. Israel Aharon Ben Yosef, 'Lebendiges Judentum - Betrachtungen und Predigten eines Rabbiners' (Konstanz 1995 u. 1999).

 

 

 

Veröffentlichungen, Vorworte, Übersetzungen und

Mitherausgeberschaft von Dr. Marie-Elisabeth Rehn

im Hartung-Gorre Verlag

 

 

 

 

Erwin Rehn & Marie-Elisabeth Rehn,

Die Stillschweigs –

Von Ostrowo über Berlin und Peine

nach Heide in Holstein bis zum Ende in Riga,

Theresienstadt und Auschwitz.

Eine jüdische Familiensaga 1862-1944.

Konstanz 1998, 216 Seiten, 15,24 €. ISBN 3-89649-259-4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marie-Elisabeth Rehn,

Juden in Norderdithmarschen –

im Spiegel von Niederlassungsgesuchen

des 19. Jahrhunderts.

Konstanz 2000, 179 Seiten, 18,41 €. ISBN 3-89649-525-9

 

 

 

Marie-Elisabeth Rehn,

Juden in Süderdithmarschen –

Fremde im eigenen Land.

Herzogtum Holstein 1799-1858.

Konstanz 2003, 148 Seiten, 8,- €. ISBN 3-89649-829-0

 

 

 

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Marie-Elisabeth Rehn
Hugo Schriesheimer
Ein jüdisches Leben von Konstanz
durch das KZ Dachau, das französische
Internierungslager Gurs,
das Schweizer Asyl und
die USA nach Kreuzlingen 1908-1989. 
Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn
2011, 130 Seiten, zahlreiche Fotos und Dokumente.
€ 18,00. ISBN 978-3-86628-373-2

 

 

 

 

 

 

Klára Rajk,

Den Kampfgeist nie verloren –

Jüdische Schicksale in Ungarn 1910-1999.

Aus dem Englischen von Marie-Elisabeth Rehn.

2000, 74 S., 14,83 €. ISBN 3-89649-545-3

 

 

 

 

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Ingrid Decker,

Jüdisches Exil in Mexiko
und der Dominikanischen Republik
1923-2010

Unter Mitarbeit von Marie-Elisabeth Rehn
herausgegeben von Erhard Roy Wiehn.
1. Aufl. Konstanz 2011. 118 Seiten. € 14,80.
ISBN 978-3-86628-364-0

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrei Oisteanu,

Das Bild des Juden in der rumänischen Volkskultur

Zum Problem scheinbar positiver Stereotype.

Aus dem Englischen von Marie-Elisabeth Rehn.

Konstanz 2002, 49 Seiten, 14,80 €. ISBN 3-89649-816-9

 

 

Jehuda Beiles,

Dem Massengrab entkommen –

Ein Augenzeuge berichtet über die

Schoáh in Kaunas und Kaufering 1927-1948.

Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn

unter Mitarbeit von Marie-Elisabeth Rehn.

Konstanz 2010, 128 S., zahlr. Dokumente, Fotos u. Zeichnungen

aus dem Ghetto Kaunas

mit CD-Video über Orte der Kindheit des Autors

€ 16,80. ISBN  978-3-86628-297-1

 

 

 

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Hedwig Brenner

Mein altes Czernowitz

Erinnerungen aus mehr als neun Jahrzehnten.

1918-2010.
Unter Mitarbeit von Marie-Elisabeth Rehn

Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn

Konstanz 2010, 132 Seiten, zahlreiche Bilder u. Dokumente.€ 14,80.

ISBN 978-3-86628-320-6 u. 3-86628-320-2

 

 

 

 

 

 

3866283342

Louis Dreyfuss,

Untergetaucht und überlebt –

Aus Breisach am Rhein mit der Fremdenlegion in Nordafrika

und nach traurigem Wiedersehen in Gurs

als Kleinbauer in Frankreich überlebt nach Breisach zurück

1933–1945.

Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn

unter Mitarbeit von Marie-Elisabeth Rehn.

Konstanz  2010, 140 Seiten, zahlreiche Fotos

(erweiterte Neuausgabe von Louis Dreyfuss,

Emigration nur ein Wort. Konstanz 1991)

€ 14,80. ISBN 978-3-86628-334-3

 

 

 

 

 

 

 

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